Sonntag, 24. April 2011
Von einer Freie Aktive Schule zur Sudbury Valley School
thomas_funke, 23:16h
Was hat eine "Freie Aktive Schule" mit der Sudbury Valley School zu tun? Ohne die ersten 5 Jahre auf dieser Schule in Deutschland haetten wir vermutlich nicht den Mut zu einer so radikal anderen Schule fuer unsere Kinder gefunden. Wenn wir vor unserem Umzug ueberhaupt ueber diese Schule gestolpert waeren dann haetten wir die Sudbury Valley School wohl als eine Schule von idealistischen Spinnern abgeschrieben. In dem folgenden Artikel moechte ich deshalb diese fuer uns als Eltern praegenden ersten Schuljahre unserer Kinder in Deutschland kurz zusammenfassen. Diese Zeit hat uns und unsere Kinder gewissermassen optimal auf die Sudbury Valley School vorbereitet.
Als unsere Kinder ins Schulalter kamen machten wir uns auf die Suche nach einer Alternative zum oeffentlichen Regelschulsystem. Birgit hatte schlechte Erinnerungen an ihre Schulzeit. Ich selbst hatte nie Probleme in der Schule. Trotzdem hatte ich immer das Gefuehl dass die Regelschule ihrer Aufgabe bereits vor ca. 30 Jahren genausowenig gerecht wurde wie heute. Der Schwerpunkt im oeffentlichen Schulwesen liegt auf dem standardisierten Eintrichtern von Wissen. Meine Erwartung an die Erziehung in der Familie genauso wie in der Schule war schon immer, die jungen Menschen zu kompetenten Migliedern unserer Gesellschaft aufwachsen zu lassen. Bei unserer Suche nach einer solchen Schule stiessen wir auf eine Schulinitiative in Gruendung: Die Freie Aktive Schule auf den Fildern. Das Gruenderteam aus aehnlich motivierten Eltern war unglaublich kompetent und die Ideen so einleuchtend, dass wir uns auf diese Schulform einliessen.
Zwei Grundsaetze praegen diese Schulform, die sich an den Ideen von Mauricio und Rebeca Wild anlehnt: Bereitstellen einer vorbereiteten Umgebung und Nicht-Direktivitaet.
Die Vorbereitete Umgebung ermoeglicht das vom Kind selbst getriebene Lernen: Es bedeutet vor allem dass sich das Kind in dieser Umgebung sicher fuehlt und damit erst offen ist fuer echtes Lernen. Im Regelschulsystem vernichtet der Leistungsdruck diese kindliche Neugier in den meisten Faellen schnell. Neben dem Vertrauen stellt die Vorbereitete Umgebung auch anregende Lernmittel bereit. Es wird viel ueber Erfahrung mit Lernmitteln gelernt, die auf selbstaendiges Erarbeiten optimiert sind.
Der zweite Grundsatz der Nicht-Direktivitaet ist die eigentliche Herausforderung fuer die Eltern: Die Kinder sollen immer an Themen arbeiten die sie selbst aussuchen und eigenmotiviert angehen. Meist erarbeiten sich die Kinder ihr Wissen und ihre Fertigkeiten selbst. Die Eltern genauso wie die Begleiter in der Schule beobachten interessiert. Sie loben nie um zu steuern. Sie helfen auch nicht es sei denn das Kind fordert sie explizit dazu auf. Das ist anfangs sehr schwer, wie gerne moechte man dem Kind doch helfen, es schnell "richtig" zu machen. Man verhindert aber damit aber mehrere wichtige Entwicklungen: Dass das Kind den Lernprozess wirklich erlernt. Und dass es Vertrauen zur eigenen Lernkompetenz aufbaut. Denn wenn man auch einen noch so kleinen Schritt selbst angegangen, selbst erarbeitet und dann auch noch erfolgreich abgeschlossen hat, dann ist das ein grosser Schritt zum Erwachsen-Werden. Auch wir Eltern duerfen da nur beobachten, steuern bedeutet Manipulation und hat damit mehr negative als positive Folgen.
Eine Anmerkung zu den beiden Grundsaetzen: Nicht-Direktivitaet hat nichts mit Antiautoritaerer Erziehung zu tun. Es geht hier ausschliesslich um das Lernen. Das soziale Beieinander an einer Freien Aktiven Schule wird mit teilweise sehr strengen Regeln sichergestellt. Nur so entsteht eine Umgebung, in der sich die Kinder sicher fuehlen und bereit zum freien Lernen sind.
Diese positive Lernatmosphaere herzustellen und beizubehalten ist allerdings eine dauernde Herausforderung im Schulalltag. Diese beiden Grundsaetze haben wir als erfolgreiches Lernkonzept in der Schule erlebt. Auch zu Hause haben wir die Prinzipien zunehmend erfolgreich angewandt. Die ersten Schritte waren schwer, beim Legobauen genauso wie bei der Erfahrung, dass unser Sohn erst in der dritten Klasse mit dem Lesen anfing. Allerdings las er innerhalb kurzer Zeit ein einfaches Buch und anschliessend Harry Potter 1-7 ohne Unterbrechung - das war unglaublich, niemand hat ihm jemals Lesen beigebracht. Viele solcher Erfolgserlebnisse haben uns mit der Zeit die Sicherheit gegeben, dass wir auf dem richtigen Weg fuer die Zukunft unserer Kinder sind. Und das ohne Noten, ohne Tests und ohne jeglichen Leistungsdruck. Als erstes muss man es schaffen, sich als Eltern frei davon zu machen, dass nur der Vergleich ueber Leistungsbeurteilung und Noten zu kompetenten Erwachsenen fuehren kann. Hat man das geschafft dann ist man immer wieder aufs Neue erstaunt ueber die grossen Lernfortschritte unserer Kinder. Und das alles ist moeglich ohne dass die glueckliche Kindheit auf dem Altar der Leistungsgesellschaft geopfert werden muss.
Es war also wichtig fuer unsere naechsten Schritte zur Sudbury Valley School, dass wir als Eltern eine Umgebung in der sich die Kinder sicher fuehlen und Nicht-Direkttivitaet bereits als Erfolgskonzept fuer eine bessere Schule erfahren hatten. Und unsere Kinder das freie Gestalten ihres Schultages bereits als Selbstverstaendlichkeit ansahen.
Als unsere Kinder ins Schulalter kamen machten wir uns auf die Suche nach einer Alternative zum oeffentlichen Regelschulsystem. Birgit hatte schlechte Erinnerungen an ihre Schulzeit. Ich selbst hatte nie Probleme in der Schule. Trotzdem hatte ich immer das Gefuehl dass die Regelschule ihrer Aufgabe bereits vor ca. 30 Jahren genausowenig gerecht wurde wie heute. Der Schwerpunkt im oeffentlichen Schulwesen liegt auf dem standardisierten Eintrichtern von Wissen. Meine Erwartung an die Erziehung in der Familie genauso wie in der Schule war schon immer, die jungen Menschen zu kompetenten Migliedern unserer Gesellschaft aufwachsen zu lassen. Bei unserer Suche nach einer solchen Schule stiessen wir auf eine Schulinitiative in Gruendung: Die Freie Aktive Schule auf den Fildern. Das Gruenderteam aus aehnlich motivierten Eltern war unglaublich kompetent und die Ideen so einleuchtend, dass wir uns auf diese Schulform einliessen.
Zwei Grundsaetze praegen diese Schulform, die sich an den Ideen von Mauricio und Rebeca Wild anlehnt: Bereitstellen einer vorbereiteten Umgebung und Nicht-Direktivitaet.
Die Vorbereitete Umgebung ermoeglicht das vom Kind selbst getriebene Lernen: Es bedeutet vor allem dass sich das Kind in dieser Umgebung sicher fuehlt und damit erst offen ist fuer echtes Lernen. Im Regelschulsystem vernichtet der Leistungsdruck diese kindliche Neugier in den meisten Faellen schnell. Neben dem Vertrauen stellt die Vorbereitete Umgebung auch anregende Lernmittel bereit. Es wird viel ueber Erfahrung mit Lernmitteln gelernt, die auf selbstaendiges Erarbeiten optimiert sind.
Der zweite Grundsatz der Nicht-Direktivitaet ist die eigentliche Herausforderung fuer die Eltern: Die Kinder sollen immer an Themen arbeiten die sie selbst aussuchen und eigenmotiviert angehen. Meist erarbeiten sich die Kinder ihr Wissen und ihre Fertigkeiten selbst. Die Eltern genauso wie die Begleiter in der Schule beobachten interessiert. Sie loben nie um zu steuern. Sie helfen auch nicht es sei denn das Kind fordert sie explizit dazu auf. Das ist anfangs sehr schwer, wie gerne moechte man dem Kind doch helfen, es schnell "richtig" zu machen. Man verhindert aber damit aber mehrere wichtige Entwicklungen: Dass das Kind den Lernprozess wirklich erlernt. Und dass es Vertrauen zur eigenen Lernkompetenz aufbaut. Denn wenn man auch einen noch so kleinen Schritt selbst angegangen, selbst erarbeitet und dann auch noch erfolgreich abgeschlossen hat, dann ist das ein grosser Schritt zum Erwachsen-Werden. Auch wir Eltern duerfen da nur beobachten, steuern bedeutet Manipulation und hat damit mehr negative als positive Folgen.
Eine Anmerkung zu den beiden Grundsaetzen: Nicht-Direktivitaet hat nichts mit Antiautoritaerer Erziehung zu tun. Es geht hier ausschliesslich um das Lernen. Das soziale Beieinander an einer Freien Aktiven Schule wird mit teilweise sehr strengen Regeln sichergestellt. Nur so entsteht eine Umgebung, in der sich die Kinder sicher fuehlen und bereit zum freien Lernen sind.
Diese positive Lernatmosphaere herzustellen und beizubehalten ist allerdings eine dauernde Herausforderung im Schulalltag. Diese beiden Grundsaetze haben wir als erfolgreiches Lernkonzept in der Schule erlebt. Auch zu Hause haben wir die Prinzipien zunehmend erfolgreich angewandt. Die ersten Schritte waren schwer, beim Legobauen genauso wie bei der Erfahrung, dass unser Sohn erst in der dritten Klasse mit dem Lesen anfing. Allerdings las er innerhalb kurzer Zeit ein einfaches Buch und anschliessend Harry Potter 1-7 ohne Unterbrechung - das war unglaublich, niemand hat ihm jemals Lesen beigebracht. Viele solcher Erfolgserlebnisse haben uns mit der Zeit die Sicherheit gegeben, dass wir auf dem richtigen Weg fuer die Zukunft unserer Kinder sind. Und das ohne Noten, ohne Tests und ohne jeglichen Leistungsdruck. Als erstes muss man es schaffen, sich als Eltern frei davon zu machen, dass nur der Vergleich ueber Leistungsbeurteilung und Noten zu kompetenten Erwachsenen fuehren kann. Hat man das geschafft dann ist man immer wieder aufs Neue erstaunt ueber die grossen Lernfortschritte unserer Kinder. Und das alles ist moeglich ohne dass die glueckliche Kindheit auf dem Altar der Leistungsgesellschaft geopfert werden muss.
Es war also wichtig fuer unsere naechsten Schritte zur Sudbury Valley School, dass wir als Eltern eine Umgebung in der sich die Kinder sicher fuehlen und Nicht-Direkttivitaet bereits als Erfolgskonzept fuer eine bessere Schule erfahren hatten. Und unsere Kinder das freie Gestalten ihres Schultages bereits als Selbstverstaendlichkeit ansahen.
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